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    Obergefreiter Josef Allerberger

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    Gross

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    Beitrag Di 14. Nov 2017, 09:12 von Gross

    Obergefreiter Josef Allerberger

    Obergefreiter Josef Allerberger

    Scharfschütze des Gebirgsjäger-Regiments 144 (3. Gebirgs-Division) 1943-1945



    Herkunft und Jugend

    Josef Allerberger, genannt "Sepp", wurde am 24. Dezember 1924 (manche Quellen sprechen auch von September) in einem Dorf in der Steiermark geboren. Dort verbrachte er eine unbeschwerte Jugend und trat wie selbstverständlich in die beruflichen Fußstapfen seines Vaters und erlernte das Tischlerhandwerk, um den elterlichen Betrieb eines Tages zu übernehmen.

    Sein ländliches Umfeld war stark von konservativen Werten wie Vaterlandsliebe, Fleiß, Pflichterfüllung und Gehorsam gegenüber gesellschaftlichen Autoritäten geprägt. Die Politik des Dritten Reiches tat ihr übriges, sodass es für junge Männer eine große Ehre, mancherorts eine selbstverständliche Verpflichtung war, sich freiwillig zur Wehrmacht zu melden. Der Tag der tauglichen Musterung der betreffenden jungen Männer im Dorf war ein Ehrentag und wurde entsprechend gefeiert. Im Herbst 1942 war auch Josef Allerberger einer von zwölf Freiwilligen des Dorfes - von denen nur sechs den Krieg überleben sollten.


    Ausbildung, Einsatz an der Ostfront als MG-Schütze

    Verwundung und Rückkehr als Scharfschütze

    Brückenkopf von Nikopol

    Rückzug nach Rumänien

    Scharfschützen-Lehrgang in Seetaleralpe

    Bündnisbruch Rumäniens und Kämpfe in Ungarn

    Rückzug durch die Tschechoslowakei

    Kriegsende und Leben nach dem Krieg


    Auszeichnungen




    Fazit und Literaturempfehlung



    Quellen
    Bbcode Spoiler On
    Albrecht Wacker: "Im Auge des Jägers - Der Wehrmachts-Scharfschütze Josef Allerberger" (Verlag VS-BOOKS, 14. Aufl. 2016, ISBN 978-3-932077-27-2)
    http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Gebirgsjagerregimenter/GJR144-R.htm
    http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Gebirgsdivisionen/3GebD-R.htm
    https://de.wikipedia.org/wiki/3._Gebirgs-Division_(Wehrmacht)
    http://military.wikia.com/wiki/Josef_Allerberger
    Zuletzt geändert von Gross am Mi 15. Nov 2017, 04:43, insgesamt 1-mal geändert.
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    asuser

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    Beitrag Di 14. Nov 2017, 10:25 von asuser

    Re: Obergefreiter Josef Allerberger

    Sehr schön, dass sich ein neuer Autor mit einem interessanten Artikel hier beteiligt! sehr gut....

    Allgemeiner Hinweis:
    Bitte Quelltexte nicht Wort für Wort abschreiben, sondern sinnvoll arrangieren. Zum Abschluss bitte auch die Word Rechtschreibhilfe drüber laufen lassen.
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    Gross

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    Beitrag Mi 15. Nov 2017, 11:37 von Gross

    Re: Obergefreiter Josef Allerberger

    Alles klar, wenn ich dann den Text soweit fertig habe und mit den Bildern oder der Tabelle für die Auszeichnungen Unterstützung brauche, kann ich mich im Büro der Bibliothek melden?
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    asuser

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    Beitrag Mi 15. Nov 2017, 12:54 von asuser

    Re: Obergefreiter Josef Allerberger

    Nein, bitte alles was den Artikel betrifft hier posten.
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    Gross

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    Beitrag Mi 15. Nov 2017, 21:48 von Gross

    Re: Obergefreiter Josef Allerberger

    Alles klar, dann machen wir das so.
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    Kanthe

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    Beitrag Mi 13. Nov 2019, 10:04 von Kanthe

    Re: Obergefreiter Josef Allerberger

    Ich bin mal so frei:
    Ausbildung, Einsatz an der Ostfront als MG-Schütze
    Im Februar 1943, im Alter von 18 Jahren, wurde Josef Allererberger in die Wehrmacht eingezogen. Im bayrischen Mittenwald absolvierte er eine sechmonatige Grundausbildung und wurde danach zu den Gebirgsjägern in Kufstein überstellt. Hier wurde er bei dem Gebirgsjäger-Regiment 114 der 3. Gebirgsdivision (Generalleutnant Hans Kreysing) eingesetzt, genau gesagt, bei der 8. Kompanie des 2. Bataillon unter dem Kommando von Oberst Friedrich Friedmann.

    Am 18. Juli 1943 kam Allerberger zum ersten Mal an die Front. Er wurde im Südabschnitt der Ostfront bei Woroschilowsk als Mg-Ladeschütze (MG 2) eines schweren Maschinengewehres eingesetzt. Hierbei merkte er auch zum ersten Mal die verheerende Wirkung der feindlichen Scharfschützen. In der Wehrmacht selber gab es zur damaligen Zeit kein gefördertes Scharfschützenprogramm. Er stellte hierbei im Gefecht in der Schlucht von Redkin fest, dass der Maschinengewehrschütze immer der erste Gefallene im Gefecht ist. Er war sehr besorgt, weil sein MG-Schütze (MG 1) beim ersten Gefecht einer der ersten Gefallenen war.
    Wenige Tag nach seinem ersten Einsatz, am 22. Juli 1943, wurde Allerberger bei Stavropol durch einen Granatsplitter an der linken Hand verwundet. Nach diesem Vorfall änderte sich seine militärische Laufbahn in der Wehrmacht.


    Verwundung und Rückkehr als Scharfschütze
    Trotz der nur kleinen Verwundung an der Hand, musste Allerberger sich 14 Tage lang schonen und musste von der Hauptkampflinie abgezogen werden. Allerberger wurde, da er gelernter Tischler war, beim Regiments-Waffenmeister als Hilfskraft eingesetzt. Hier sollte er Reparaturen an deutschen Waffen durchführen und Beutewaffen sortieren.
    Bei diesen Arbeiten fand er eine russische Mosin Nagant 91/30 mit 4-fachem Zielfernrohr. Diese Waffe wollte er gleich mal ausprobieren und ging mit dem Regiments-Waffenmeister auf einen Schießplatz. Dabei stellte sich Allerberger als Naturtalent heraus , denn er traf auf 100 m eine Streichholzschachtel ohne Probleme oder auf 300 m eine 30x30 cm Munitionsschachtel.

    Mosin Nagant 91/30

    Nach seiner Genesung wurde Allerberger wieder der kämpfenden Truppe unterstellt. Mit Erlaubnis des Regiments-Waffenmeister durfte er auch das russische Scharfschützengewehr mitnehmen. Auch informierter der Waffenmeister den Kompanie-Chef von Allerberger über seine hervorragenden Fähigkeiten mit der Waffe und dieser hatte dann nichts dagegen, dass Allerberger sein Glück damit an der Front versuchen sollte.
    Er selber wollte lieber Scharfschütze werden, denn dieser überlebte deutlich länger als ein MG-Schütze, außerdem gab es zu dieser Zeit in seinem Regiment keine weiteren Präzisions- oder Scharfschützen. Sein Kommandeur sah es gern, dass sie nun auch einen effektiven Soldaten hatten, der gezielt gegen den Feind wirken konnte.

    Brückenkopf von Nikopol
    Bei der Schlacht um den Brückenkopf von Nikopol kam es dann zu der Feuertaufe des „Sepp“. Diese begann gleich mit einem Gefecht zwischen ihm und einem russischen Scharfschützen. Nach einem vorherigen Beschuss durch den russischen Scharfschützen, mussten sich die deutschen Truppen in Deckung begeben. Allerberger war extrem nervös und suchte mit dem ZF so gut es ging den feindlichen Frontabschnitt ab. Als er den russischen Scharfschützen entdeckte, merkte er, dass auch dieser die Umgebung kontrollierte. Kurz vor Allerberger traf eine Patrone den Boden und eine kleine Fontäne sprühte auf, Allberger zögerte nicht lange und krümmte augenblicklich ab und traf den feindlichen Scharfschützen tödlich. Daraufhin kamen die Truppen aus der Deckung heraus und begannen mit dem Angriff auf die russischen Kräfte, die sich dann zurückziehen mussten.
    Allerberger musste nach dem Schuss erstmal sich selber kontrollieren, schaute an sich herunter und musste sich dann erstmal übergeben. Die Kameraden neben ihn sagten, er solle sich doch keine Gedanken machen, das wäre normal in dieser Situation. Nach dem die Truppen vorrücken konnte, inspizierte Allerberger den feindlichen Schützen. Es war ein 16-jähriger Junge, den er direkt auf 100 m durch das offene Visier ins rechte Auge traf. Im Laufe des Tages fielen ihm noch zwei weitere russische Soldaten zum Opfer. Diese Abschüsse ritzte er in sein Gewehr ein und hier begann die Karriere des Scharschützen Allerberger.

    Rückzug nach Rumänien
    Der Rückzug der deutschen Truppen konnte jedoch nicht verhindert werden und so rückten die russischen Truppen immer weiter nach Westen vor. Allerberger musste sich mit seinen Kameraden bis nach Rumänien, die zu dem Zeitpunkt noch mit den deutschen Kämpften, zurückziehen.
    Hierbei musste er sich auch seine eigene Ausrüstung und Taktiken überlegen und eigene Verfahren entwickeln, da er noch nicht an der Scharfschützenschule war. Dabei wendete er auch sehr oft ein Regenschirmskelett an bei dem die Haut entfernt und durch Blätter, Äste und Gestrüpp ersetzt wurde. Diese schnelle und einfache Art und Weise der wendete Allerberger sehr oft im Verlauf des Krieges an. Auch wendete er einen Trick aus dem ersten Weltkrieg an, die „falschen Köpfe“. Sehr erfolgreich wendete er diese Taktik an, als eine feindliche Kompanie Scharfschützen in einem Versteck mit Zweigen untergebracht war. Diese schaltete er dann mithilfe seiner Kameraden und den „falschen Köpfen“ aus. Diese Taktik war so gut, dass er 18 feindliche Schützen ausschalten konnte ohne seine eigene Position preis zu geben.
    Er lies sich auch durch den Regimentsschneider einen eigenen Tarnanzug schneidern, welcher wasserdicht war, nicht den Blick störte, leicht war und viele Falten warf.
    Insgesamt konnte er von der Erbeutung der Mosin Nagant bis zum Begin seiner Ausbildung in der Seetaleralpe 27 Abschüsse für sich beanspruchen. Der weiteste, bestätigte Abschuss lag da bei 600 m. Die generelle Kampfentfernung betrug oftmals allerdings weniger als 200 m.

    Scharfschützen-Lehrgang in Seetaleralpe
    Ende Mai 1944 wurde Allerberger auf die Scharfschützenschule auf der Seetaleralpe geschickt. Die Seetaleralpe befindet sich in der Nähe von Judenburg in Österreich. Er absolvierte hier ein vierwöchiges Training und wurde zum zweitbesten Scharfschützen des Kurses gekürt. Ausgiebig testete er hier den Karabiner 98k mit einem 4-fachem Zielfernrohr und er konnte auch das, für ihn, neue Gewehr G43, ebenfalls mit einem 4-fachem Zielfernrohr, testen.
    Bevor er die Schule verließ, übergab er sein altes Gewehr, die Mosin Nagant, einem Freund, denn er durfte die Waffe aus Sicherheitsgründen nicht mehr mit an die Front nehmen. Nachdem Allerberger an die Front zurückkam, erfuhr er, dass sein Freund an einem anderen Frontabschnitt der Ostfront gefangen und massakriert wurde, da er ein russisches Scharfschützengewehr hatte auf dem Einkerbungen von Abschüssen zu sehen waren. In diesem Moment wurde ihm klar, dass er so auf keinen Fall mehr seine Abschüsse zeigen oder markieren sollte.

    Karabinder Kar98 mit ZF

    Bei dem Foto macht es vielleicht Sinn, nur eine Seite des Karabiner zu nehmen. Vielleicht der Mosin anpassen?

    Bündnisbruch Rumäniens und Kämpfe in Ungarn
    Nachdem Allerberger nun wieder in seinem Regiment Dienst tat, bekam den, wie er meinte, „rumänischen Verrat“ mit. Rumänien kapitulierte hier gegenüber den Alliierten und schloss sich dem Bündnis an. Von diesem Zeitpunkt an kämpfte Rumänien nun auf alliierter Seite. Das Gebiet von Rumänien ging nun ebenfalls an die Alliierten und somit brach bei den Truppen der Wehrmacht Chaos aus.
    Er selber entwickelte bei den Kämpfen und Vorstößen der russischen Truppen seine eigene Taktik. Nachdem sich die Truppen auf 3-4 Wellen ausdehnten, nahm die hintersten Reihen unter Beschuss. Zielte vorranging auf den Bauch, sodass die feindlichen Soldaten zusammensackten und laute Schmerzensschreie ausstießen, was die anderen Soldaten moralisch runterziehen sollte. Auch wurden die ersten Reihen panisch, wenn sie merkten, dass die hintersten Reihen sie nicht mehr unterstützen konnten oder wollten. Nachdem die Reihen das realisierten, begann er mit gezielt tödlichen Schüssen auf die ersten Reihen. Dabei konnte er in wenigen Minuten rund 20 Treffer erzielen, jedoch wurden diese oftmals nicht gewertet, da sich niemand die Zeit dazu nahm oder andere Dinge im Kopf hatte.
    Bei den Kämpfen in Ungarn und später auch in Polen, bekam Allerberger unzählige Kriegsschrecken mit. Die SS lief in vielen Dörfern Amok und ermordete die Zivilbevölkerung, die russischen Soldaten vergewaltigen die Bevölkerung und er bekam wohl auch Kannibalismus mit. Eines der schlimmsten Ereignisse, was Allerberger mitbekam war, wie eine 40-jährige Wirtin in Nyíregyháza 18-mal vergewaltigt und dann auf grausamer Weise ermordet wurde.

    Rückzug durch die Tschechoslowakei
    Bei den Rückzugskämpfen Richtung der Tschechoslowakei, kurz vor der Grenze bei Bielitz, bekam Allerberger das Ritterkreuz verliehen. Nach weiteren Gefechten und Rückzügen befand sich Allerberger mit einigen Kameraden in der Nähe von Olmütz, als offiziell das Ende des Krieges und die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht bekannt wurde.
    Jedoch wollten Allerberger und seine Kameraden sich nicht in russische Kriegsgefangenschaft begeben, denn sie hatten Angst vor den Qualen und den Arbeitslagern. Sie versuchten sich nach Österreich durchzuschlagen, was Ihnen auch gelang. Dort gingen sie in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Am 5. Juni 1945, knapp einen Monat nach Kriegsende wurden die Soldaten den Russen übergeben, sie durften aber nach Hause gehen und mussten nicht nochmal in russische Gefangenschaft gehen.

    Kriegsende und Leben nach dem Krieg
    Nachdem er wieder nach Hause durfte, arbeitete Allerberger, wie sein Vater auch, wieder als Schreiner und Tischler.
    Am 2. März 2010 stab Josef „Sepp“ Allerberger in Wals-Siezenheim.
    Es gibt verschiedene Angaben zu den Abschusszahlen von Josef „Sepp“ Allerberger. Offiziell bestätig sind es wohl 105, aber da bei russischen Angriffen viele Abschüsse nicht gezählt wurden, kann man nicht genau sagen, wie viel es denn nun waren. Allerberger selber nennt eine Zahl 256, was stimmen mag, aber nicht bestätigt wurde.


    Auszeichnungen:
    Verwundetenabzeichen in schwarz (22. Juli 1943)
    Verwundetenabzeichen in Silber
    Eisernes Kreuz 2. Klasse
    Eisernes Kreuz 1. Klasse
    Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz (20. April 1945)
    Infanterie-Sturmabzeichen
    Scharfschützenabzeichen in Bronze
    Scharfschützenabzeichen in Silber
    Scharfschützenabzeichen in Gold
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    Kanthe

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    Beitrag Di 21. Jan 2020, 07:39 von Kanthe

    Re: Obergefreiter Josef Allerberger

    Obergefreiter Josef Allerberger

    Scharfschütze des Gebirgsjäger-Regiments 144 (3. Gebirgs-Division) 1943-1945




    Bild Link



    Josef Allerberger





    * 24. Dezember 1924 in ?
    † 2. März 2010 in Wals-Siezenheim


    Herkunft und Jugend

    Josef Allerberger, genannt "Sepp", wurde am 24. Dezember 1924 (manche Quellen sprechen auch von September) in einem Dorf in der Steiermark geboren. Dort verbrachte er eine unbeschwerte Jugend und trat wie selbstverständlich in die beruflichen Fußstapfen seines Vaters und erlernte das Tischlerhandwerk, um den elterlichen Betrieb eines Tages zu übernehmen.

    Sein ländliches Umfeld war stark von konservativen Werten wie Vaterlandsliebe, Fleiß, Pflichterfüllung und Gehorsam gegenüber gesellschaftlichen Autoritäten geprägt. Die Politik des Dritten Reiches tat ihr übriges, sodass es für junge Männer eine große Ehre, mancherorts eine selbstverständliche Verpflichtung war, sich freiwillig zur Wehrmacht zu melden. Der Tag der tauglichen Musterung der betreffenden jungen Männer im Dorf war ein Ehrentag und wurde entsprechend gefeiert. Im Herbst 1942 war auch Josef Allerberger einer von zwölf Freiwilligen des Dorfes - von denen nur sechs den Krieg überleben sollten.


    Ausbildung, Einsatz an der Ostfront als MG-Schütze

    Im Februar 1943, im Alter von 18 Jahren, wurde Josef Allerberger in die Wehrmacht eingezogen. Im bayrischen Mittenwald absolvierte er eine sechsmonatige Grundausbildung und wurde danach zu den Gebirgsjägern nach Kufstein überstellt. Hier wurde er bei dem Gebirgsjäger-Regiment 114 der 3. Gebirgs-Division (Generalleutnant Hans Kreysing) eingesetzt, genau gesagt, bei der 8. Kompanie des 2. Bataillons unter dem Kommando von Oberst Friedrich Friedmann.

    Am 18. Juli 1943 kam Allerberger zum ersten Mal an die Front. Er wurde im Südabschnitt der Ostfront bei Woroschilowsk als MG-Ladeschütze (MG 2) eines schweren Maschinengewehres eingesetzt. Hierbei merkte er auch zum ersten Mal die verheerende Wirkung der feindlichen Scharfschützen. In der Wehrmacht gab es zur damaligen Zeit kein gefördertes Scharfschützenprogramm. Er stellte hierbei im Gefecht in der Schlucht von Redkin fest, dass der Maschinengewehrschütze immer der erste Gefallene im Gefecht ist. Er war sehr besorgt, weil sein MG-Schütze (MG 1) beim ersten Gefecht einer der ersten Gefallenen war.

    Wenige Tage nach seinem ersten Einsatz, am 22. Juli 1943, wurde Allerberger bei Stavropol durch einen Granatsplitter an der linken Hand verwundet. Nach diesem Vorfall änderte sich seine militärische Laufbahn in der Wehrmacht.


    Verwundung und Rückkehr als Scharfschütze

    Trotz der nur kleinen Verwundung an der Hand, musste Allerberger sich 14 Tage lang schonen und wurde von der Hauptkampflinie abgezogen. Allerberger wurde, da er gelernter Tischler war, beim Regiments-Waffenmeister als Hilfskraft eingesetzt. Hier sollte er Reparaturen an deutschen Waffen durchführen und Beutewaffen sortieren.

    Bei diesen Arbeiten fand er eine russische Mosin Nagant 91/30 mit 4-fachem Zielfernrohr. Diese Waffe wollte er gleich mal ausprobieren und ging mit dem Regiments-Waffenmeister auf einen Schießplatz. Dabei stellte sich Allerberger als Naturtalent heraus, denn er traf auf 100 m eine Streichholzschachtel ohne Probleme oder auf 300 m eine 30x30 cm Munitionsschachtel.


    Mosin Nagant 91/30


    Nach seiner Genesung wurde Allerberger wieder der kämpfenden Truppe unterstellt. Mit Erlaubnis des Regiments-Waffenmeisters durfte er auch das russische Scharfschützengewehr mitnehmen. Auch informierte der Waffenmeister den Kompanie-Chef von Allerberger über seine hervorragenden Fähigkeiten mit der Waffe und dieser hatte nichts dagegen, dass Allerberger sein Glück damit an der Front versuchen sollte.

    Er selber wollte lieber Scharfschütze werden, denn dieser überlebte deutlich länger als ein MG-Schütze, außerdem gab es zu dieser Zeit in seinem Regiment keine weiteren Präzisions- oder Scharfschützen. Sein Kommandeur sah es gern, dass sie nun auch einen effektiven Soldaten hatten, der gezielt gegen den Feind wirken konnte.


    Brückenkopf von Nikopol

    Bei der Schlacht um den Brückenkopf von Nikopol kam es dann zu der Feuertaufe des „Sepp“. Diese begann gleich mit einem Gefecht zwischen ihm und einem russischen Scharfschützen. Nach einem vorherigen Beschuss durch den russischen Scharfschützen mussten sich die deutschen Truppen in Deckung begeben. Allerberger war extrem nervös und suchte mit dem ZF so gut es ging den feindlichen Frontabschnitt ab. Als er den russischen Scharfschützen entdeckte, merkte er, dass auch dieser die Umgebung kontrollierte. Kurz vor Allerberger traf ein Projektil den Boden und eine kleine Fontäne sprühte auf, Allerberger zögerte nicht lange, krümmte den Finger augenblicklich und traf den feindlichen Scharfschützen tödlich. Daraufhin kamen die Truppen aus der Deckung heraus und begannen mit dem Angriff auf die russischen Kräfte, die sich dann zurückziehen mussten.

    Allerberger musste sich, nach dem Schuss, erstmal selber kontrollieren, schaute an sich herunter und übergab sich dann. Die Kameraden neben ihn sagten, er solle sich doch keine Gedanken machen, das wäre normal in dieser Situation. Nachdem die Truppen vorrücken konnten, inspizierte Allerberger den feindlichen Schützen. Es war ein 16-jähriger Junge, den er direkt auf 100 m über das offene Visier ins rechte Auge getroffen hatte. Im Laufe des Tages fielen ihm noch zwei weitere russische Soldaten zum Opfer. Diese Abschüsse ritzte er in sein Gewehr ein und hier begann die Karriere des Scharfschützen Allerberger.


    Rückzug nach Rumänien

    Der Rückzug der deutschen Truppen konnte von ihm alleine jedoch nicht verhindert werden und so rückten die russischen Truppen immer weiter nach Westen vor. Allerberger musste sich mit seinen Kameraden bis nach Rumänien, die zu dem Zeitpunkt noch mit den Deutschen kämpften, zurückziehen.

    Hierbei musste er sich seine eigene Ausrüstung und Taktiken überlegen und eigene Verfahren entwickeln, da er noch keine Ausbildung an der Scharfschützenschule erhalten hatte. Dabei wandte er auch sehr oft einen um seine Bespannung beraubten Regenschirm an, bei dem die Bespannung durch Blätter, Äste und Gestrüpp ersetzt wurde. Diese schnelle und einfache Art wandte Allerberger sehr oft im Verlauf des Krieges an. Auch wandte er einen Trick aus dem ersten Weltkrieg an, die „falschen Köpfe“. Sehr erfolgreich war er mit dieser Taktik, als eine feindliche Kompanie Scharfschützen in einem Versteck unter Zweigen lag. Diese schaltete er dann mithilfe seiner Kameraden und den „falschen Köpfen“ aus. Diese Taktik war so gut, dass er 18 feindliche Schützen ausschalten konnte ohne seine eigene Position preis zu geben.

    Er lies sich durch den Regimentsschneider einen eigenen Tarnanzug schneidern, welcher wasserdicht und leicht war, den Blick nicht störte und viele Falten warf.

    Insgesamt konnte er von der Erbeutung der Mosin Nagant bis zum Beginn seiner Ausbildung in der Seetaleralpe 27 Abschüsse für sich beanspruchen. Der weiteste, bestätigte Abschuss lag bei 600 Metern. Die generelle Kampfentfernung betrug oftmals allerdings weniger als 200 m.


    Scharfschützen-Lehrgang in Seetaleralpe

    Ende Mai 1944 wurde Allerberger auf die Scharfschützenschule auf der Seetaleralpe geschickt. Die Seetaleralpe befindet sich in der Nähe von Judenburg in Österreich. Er absolvierte hier ein vierwöchiges Training und wurde zum zweitbesten Scharfschützen des Kurses gekürt. Ausgiebig testete er hier den Karabiner 98k mit einem 4-fachem Zielfernrohr und er konnte auch das, für ihn neue Gewehr G43, ebenfalls mit einem 4-fachem Zielfernrohr, testen.

    Bevor er die Schule verließ, übergab er sein altes Mosin Nagant Gewehr einem Freund, denn er durfte die Waffe aus Sicherheitsgründen nicht mehr mit an die Front nehmen. Zurück an der Front erfuhr er, dass sein Freund an einem anderen Frontabschnitt der Ostfront gefangen und massakriert wurde, da er ein russisches Scharfschützengewehr hatte auf dem Einkerbungen von Abschüssen zu sehen waren. In diesem Moment wurde ihm klar, dass er so auf keinen Fall mehr seine Abschüsse zeigen oder markieren sollte.


    Karabiner Kar98k mit ZF



    Bündnisbruch Rumäniens und Kämpfe in Ungarn

    Nachdem Allerberger nun wieder in seinem Regiment Dienst tat, bekam er den, wie er meinte, „rumänischen Verrat“ mit. Rumänien kapitulierte hier gegenüber den Alliierten und schloss sich dem Bündnis an. Von diesem Zeitpunkt an kämpfte Rumänien nun auf alliierter Seite. Das Gebiet von Rumänien ging nun ebenfalls an die Alliierten und somit brach bei den Truppen der Wehrmacht Chaos aus.

    Er selber entwickelte bei den Kämpfen und Vorstößen der russischen Truppen seine eigene Taktik. Nachdem sich die Truppen auf 3-4 Wellen ausdehnten, nahm er die hintersten Reihen unter Beschuss. Zielte vorranging auf den Bauch, sodass die feindlichen Soldaten zusammensackten und laute Schmerzensschreie ausstießen, was die anderen Soldaten moralisch runterziehen sollte. Auch wurden die ersten Reihen panisch, wenn sie merkten, dass die hintersten Reihen sie nicht mehr unterstützen konnten oder wollten. Nachdem die Reihen das realisierten, begann er mit gezielt tödlichen Schüssen auf die ersten Reihen. Dabei konnte er in wenigen Minuten rund 20 Treffer erzielen, jedoch wurden diese oftmals nicht gewertet, da sich niemand die Zeit dazu nahm oder andere Dinge im Kopf hatte.

    Bei den Kämpfen in Ungarn und später auch in Polen, bekam Allerberger unzählige Kriegsschrecken mit. Die SS lief in vielen Dörfern Amok und ermordete die Zivilbevölkerung, die russischen Soldaten vergewaltigen die Bevölkerung und er bekam wohl auch Kannibalismus mit.

    Rückzug durch die Tschechoslowakei

    Bei den Rückzugskämpfen Richtung der Tschechoslowakei, kurz vor der Grenze bei Bielitz, bekam Allerberger das Ritterkreuz verliehen. Nach weiteren Gefechten und Rückzügen befand sich Allerberger mit einigen Kameraden in der Nähe von Olmütz, als offiziell das Ende des Krieges und die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht bekannt wurde.

    Jedoch wollten Allerberger und seine Kameraden sich nicht in russische Kriegsgefangenschaft begeben, denn sie hatten Angst vor den Qualen und den Arbeitslagern. Sie versuchten sich nach Österreich durchzuschlagen, was Ihnen auch gelang. Dort gingen sie in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Am 5. Juni 1945, knapp einen Monat nach Kriegsende wurden die Soldaten den Russen übergeben, sie durften aber nach Hause gehen und mussten nicht in russische Gefangenschaft.


    Kriegsende und Leben nach dem Krieg

    Nachdem er wieder nach Hause durfte, arbeitete Allerberger, wie sein Vater auch, wieder als Schreiner und Tischler.

    Am 2. März 2010 starb Josef „Sepp“ Allerberger in Wals-Siezenheim.

    Es gibt verschiedene Angaben zu den Abschusszahlen von Josef „Sepp“ Allerberger. Offiziell bestätigt sind es wohl 105, aber da bei russischen Angriffen viele Abschüsse nicht gezählt wurden, kann man nicht genau sagen, wieviele es denn nun waren. Allerberger selber nennt eine Zahl von 256, was stimmen mag, aber nicht bestätigt wurde.


    Auszeichnungen:

    Verwundetenabzeichen in Schwarz (22. Juli 1943)
    Verwundetenabzeichen in Silber
    Eisernes Kreuz II. Klasse
    Eisernes Kreuz I. Klasse
    Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz (20. April 1945)
    Infanterie-Sturmabzeichen
    Scharfschützenabzeichen in Bronze
    Scharfschützenabzeichen in Silber
    Scharfschützenabzeichen in Gold


    Quellen
    Bbcode Spoiler On
    Albrecht Wacker: "Im Auge des Jägers - Der Wehrmachts-Scharfschütze Josef Allerberger" (Verlag VS-BOOKS, 14. Aufl. 2016, ISBN 978-3-932077-27-2)
    http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Gebirgsjagerregimenter/GJR144-R.htm
    http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Gebirgsdivisionen/3GebD-R.htm
    https://de.wikipedia.org/wiki/3._Gebirgs-Division_(Wehrmacht)
    http://military.wikia.com/wiki/Josef_Allerberger
    Zuletzt geändert von Kanthe am Mi 12. Feb 2020, 23:57, insgesamt 1-mal geändert.
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    Kanthe

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    Beitrag Di 21. Jan 2020, 07:41 von Kanthe

    Re: Obergefreiter Josef Allerberger

    Ich habe den Text mal zusammengefasst, als aus dem ersten Beitrag und meinem.
    Die Fotos der Gewehre sind spontan die einzigen, die man hier einfügen kann, meiner Meinung nach.
    Vielleicht noch das Wappen der 3. Gebirgsdivision.
    Leider findet man auf den Seiten kein Foto von Allerberger, welches man nutzen kann oder darf.
    Darum, vielleicht wird der Beitrag ja dennoch Korrektur gelesen und veröffentlicht?
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    Hoi Neuling

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    Beitrag Di 21. Jan 2020, 17:26 von Hoi Neuling

    Re: Obergefreiter Josef Allerberger

    Ich hab Korrekturgelesen und die Schreib sowie Satzbaufehler beseitigt.

    Beim Gewehr K98k ZF, lass es so. Dann haben wir 2 Bilder, die das ganze ein wenig Unterlegen.
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    Beitrag Di 21. Jan 2020, 19:12 von asuser

    Re: Obergefreiter Josef Allerberger

    Der Bericht kann warten. Jetzt kommen demnächst erstmal ein paar andere Beiträge.
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    Kanthe

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    Beitrag Mi 12. Feb 2020, 23:59 von Kanthe

    Re: Obergefreiter Josef Allerberger

    Was machen wir mit dem Beitrag?
    Ein Foto des Obergefreiten findet man zwar, aber genutzt werden kann es wohl nicht wirklich?
    Es wäre zwar schön, aber wenn es keins gibt, dann wohl nicht.
    >>
    <<

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    Beitrag Do 13. Feb 2020, 11:41 von asuser

    Re: Obergefreiter Josef Allerberger

    Siehe meine Vorgängerinfo.
    Jetzt machen wir erstmal die Beiträge fertig, wo die ursprünglichen Autoren noch dabei sind. Das ist zeitaufwendig genug.
    >>
    <<

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    Beitrag So 23. Feb 2020, 19:39 von Kanthe

    Re: Obergefreiter Josef Allerberger

    Ich werfe es Mal wieder ein.
    Was ist mit dem Beitrag hier?
    An sich ist der auch fertig.
    Man findet halt leider kein Foto von ihm welches man einfach so verwenden kann.
    >>
    <<

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    Beitrag Di 16. Mär 2021, 11:10 von Kanthe

    Re: Obergefreiter Josef Allerberger

    Und auch hier frage ich erneut mal nach.
    Zwar ist der Beitrag am Anfang unbearbeitet, aber ich habe den ja hier mal fertig geschrieben.
    >>
    <<

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    Beitrag Di 16. Mär 2021, 12:26 von Holger Berthold

    Re: Obergefreiter Josef Allerberger

    Sehr gut Kanthe. Ich finde es richtig toll, wie du dich da angagierst.

    Sollte man zusammenfassen und in die Bibliothek nach dem Korrekturlesen einpflegen. So weit ich da noch im Kopf habe war dieser Artikel nur von der Struktur her aufgebaut, lag danach sehr lange brach und Kanthe füllte die Lücken. daumen nach oben!....

    Also ich werde mich dafür einsetzen, dass du eine weitere Auszeichnung erhälst bei so viel Einsatz.
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